Schule an den Linden
 

Die Vorklasse in der Schule an den Linden in Urberach

 

Die Vorklasse ist eine Klasse innerhalb der Grundschule und verfolgt das Ziel, die Basis für eine erfolgreiche Mitarbeit im darauf folgenden ersten Schuljahr zu bewirken. In die Vorklasse werden schulpflichtige Kinder eingeschult, die noch Zeit benötigen sich körperlich, geistig und sozial-emotional weiterzuentwickeln, um im nächsten Jahr am Unterricht der ersten Klasse mit Erfolg teilnehmen zu können. Wichtige Aufgaben der Vorklassenarbeit sind die Stärkung von Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein, die Anregung einer positiven Entwicklung der Gesamtpersönlichkeit, das Aufholen von Entwicklungsrückständen, Förderung des Sozialverhaltens, Erhöhung der Frustrationstoleranz und Förderung von Konzentration und Ausdauer.

Der Unterricht der Vorklasse beinhaltet nach Bedarf Themen aus dem sozial- emotionalen, sprachlichen, motorischen und kognitiven Bereich. Dies geschieht unter Berücksichtigung des individuellen Entwicklungsstandes und der Bedürfnisse des einzelnen Kindes. Von großer Bedeutung ist dabei die Freude am Spielen und Lernen. Das Spiel ist ein wichtiges Mittel der Kinder, sich selbst und die Umwelt zu erfahren. Über das Handeln lernen die Kinder Dinge zu begreifen. Inhalte der Arbeit sind Sprachförderung, kreatives Gestalten, Förderung des Sozial- und Arbeitsverhaltens, Konzentrationsförderung, Förderung der Grob- und Feinmotorik, Wahrnehmungsförderung und die Natur- und Sachbegegnung.

Gemeinsame Rituale wie z.B der tägliche Morgenkreis mit Spielen und Singen oder Vorlesen strukturieren den Vormittag und stellen einen festen Bestandteil im Laufe des Jahres dar. Ein weiteres Ziel ist das Erweitern des Wortschatzes und der Ausdrucksfähigkeit der Kinder. Hierzu kann z.B. ein gemeinsamer Koch- und Backtag in der Woche dienen. Durch das gemeinsame Zubereiten, gemeinschaftliches Essen und auch das gemeinsame Abwaschen, kommunizieren die Kinder ungezwungen miteinander. Nebenbei lernen sie ganz neue Wörter des alltäglichen Lebens wie z.B Grundnahrungsmittel wie Milch, Mehl, Eier, Reis, Kartoffeln, Gemüsesorten kennen. Die ganzheitliche Methode der Natur- und Sachbegegnung ist ein wesentliches Prinzip der Vorklassenarbeit und bietet viele Sprach- und Lernanlässe zu verschiedenen Themen. Gerne können Eltern die Kinder durch ihre Mitarbeit unterstützen.

Der Ablauf eines Vormittags umfasst einen Morgenkreis, eine ausgedehnte Freispiel- und Freiarbeitsphase, Wissensvermittlung, Arbeitsblätter, Stillarbeit, Konzentrationsübungen, ein gemeinsames Frühstück, eine Hofpause, kreatives Gestalten, Musik, Kochen, Backen, soziales Lernen, ggf. Einzelförderung und Kleingruppenarbeit sowie Einheiten aus Natur- und Sachthemen.

Der Tag ist strukturiert durch einen Wechsel von Arbeits- und Spielphasen und unterliegt keinem festen Stundenplan.

In diesem Rahmen erhalten die Kinder in der Vorklasse verschiedene Spiel- und Lernangebote:

•                  Morgenkreise zum Erzählen, Singen Spielen, Geschichten hören und Bilderbücher anschauen.

•                  Rhythmisch musikalische Spiele, Bewegungsspiele und Sport

•                  Spiele und Arbeitsmaterial zur Förderung der Wahrnehmungsförderung

•                  Freies Spiel (Tischspiele, Einzelspiele, Puppenecke, Bauteppich, Leseecke, freies Malen und Arbeiten, Rollenspiel)

•                  Kochen, Backen, gesunde Ernährung

•                  Mathematische Frühförderung, wie z.B. Aufbau des Zahlen- und Mengenverständnisses

•                  Schwungübungen

•                  Kreatives Gestalten wie Basteln und Malen und Kennenlernen verschiedenster Materialien

•                  Sprachförderung (Gesprächskreise, Vorlesen, Umgang mit Literatur etc.)

•                  Natur- und Sachbegegnung (z.B. Herbstspaziergang)

•                  Förderung der Selbständigkeit, Gruppenfähigkeit und Konzentration

•                   Ethische Erziehung

•                   Verkehrserziehung


Die Kinder erlernen Selbstständigkeit, ein positives soziales Verhalten, Pflichten zu erfüllen, Regeln einzuhalten und Rücksicht auf Andere zu nehmen. Die fein- und grobmotorische Entwicklung wird gefördert, ebenso der Wahrnehmungsbereich. Es wird Neugier und ihr Interesse an schulischen Dingen und verschiedenen Lernbereichen bezweckt. Nicht zuletzt wird ihr Selbstwertgefühl und ihre sprachliche Ausdrucksfähigkeit gesteigert. Wissensvermittlung erfolgt auf spielerische und für das Kind leicht zugängliche Art und Weise. Das Lernen in der Vorklasse ist ein eher ganzheitliches Lernen und richtet sich sich stark nach den individuellen kindlichen Bedürfnissen. Der Rahmenplan in der Vorklassenarbeit stellt einen Orientierungsrahmen dar und richtet sich nach der jeweiligen Gruppe.

Ein wesentlicher Bestandteil der Arbeit ist die Kooperation und Zusammenarbeit mit den Eltern, bei Bedarf auch der Kontakt zu Logopäden, Ergotherapeuten, dem städtischen Sozialdienst, der Erziehungsberatung und der Schulsozialarbeit.

„Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht“

(Afrikanisches Sprichwort)

 

Annette Possmann

Vorklassenleiterin in der Schule an den Linden in Urberach